05.02.2016 rss_feed

Das Architektenhonorar - eine unbekannte Größe

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

In der Regel haben Bauherren keine Vorstellung über die Höhe des Architektenhonorars, weil die Grundlagen für die Berechnung unbekannt sind. Das Honorar berechnet sich nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI, aktuelle Fassung von 2013). Die HOAI ist zwingendes Preisrecht, d.h., eine Vereinbarung des Honorars ist nur begrenzt möglich: die HOAI legt einen Honorarrahmen fest, der zwischen einem Mindest- und einem Höchsthonorar liegt. Bei Unterschreitung des Mindestsatzes und bei einer Überschreitung des Höchstsatzes ist eine Honorarvereinbarung unwirksam. Besonders die Unwirksamkeit wegen Unterschreitung der HOAI-Mindestsätze kann für den Bauherrn fatale Folgen haben: der Architekt ist in aller Regel berechtigt, Honorar bis zum Erreichen des Mindestsatzes nachzufordern!

Honorarparameter

Die Honorarhöhe orientiert sich grundsätzlich an folgenden Parametern: 1) Leistungsbild, 2) anrechenbare Kosten, 3) Honorarzone 4) Honorartafel.

Zu 1) Die HOAI teilt die Leistungen der Architekten und Ingenieure in sog. Leistungsbilder ein. Der Bau eines Ein- oder Mehrfamilienhauses erfordert in der Regel erhebliche Planungsleistungen aus den Leistungsbildern Objektplanung (Teil 3 der HOAI) und Fachplanung (Teil 4 der HOAI).

Zu 2) Die anrechenbaren Kosten (Definition in § 4 Abs. 1 HOAI) sind zwar nicht identisch mit den Baukosten, sie orientieren sich allerdings an diesen, sodass die anrechenbaren Kosten umso höher sein werden, je höher die Baukosten sind. Die Ermittlung der anrechenbaren Kosten hat der Architekt anhand der DIN 276 in der Fassung von Dez. 2008 vorzunehmen.

Zu 3) Die Honorarzone (vgl. § 5 HOAI) berücksichtigt den Schwierigkeitsgrad der Planung: je größer die Planungsanforderungen, umso höher ist die Honorarzone, in die das Objekt einzuordnen ist. Ein normal ausgestattetes Objekt wird in der Regel der Honorarzone III. zuzuordnen sein.

Zu 4) Für jedes Leistungsbild enthält die HOAI eine Honorartafel. Die Honorartafel ist unterteilt nach Honorarzone und anrechenbaren Kosten und gibt für jede Honorarzone in Abhängigkeit von der Höhe der anrechenbaren Kosten ein Mindest- und ein Höchsthonorar vor. Wurde bei Auftragserteilung kein Honorar vereinbart, hat der Architekt Anspruch auf das Mindesthonorar.

Bei Umbauten erhöht sich das Honorar um den sog. Umbauzuschlag, ferner erhöht die bei der Planung einzubeziehende vorhandene Altbausubstanz die anrechenbaren Kosten.

Honorarrechnung muss prüffähig sein

Die Honorarrechnung des Architekten muss die genannten Honorarparameter für den Bauherrn nachvollziehbar darstellen. Ansonsten fehlt es an der Prüfbarkeit der Rechnung und damit an der Fälligkeit.